PV-Anlage über P&R Parkplatz

Gemeinde
Kaindorf

Regionalstelle
Hartberg-Fürstenfeld

Bezeichnung
PV-Anlage über P&R Parkplatz

Beschreibung
Der bestehende Park & Ride Parkplatz wurde vergrößert, zur Gänze überdacht und mit einer 5000m² großen PV-Anlage versehen.

Titelfoto c Rainer Scheiblhofer.jpg

Kategorie
Energieinfrastrukturentwicklung

SDGs
SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden

Erläuterung
Am Ortsrand von Kaindorf in Richtung Graz wurde vor einigen Jahren ein Park & Ride Parkplatz installiert. Gleich im Anschluss wurde vor mehr als 25 Jahren eine Mehrzweckhalle errichtet, die für diverse Veranstaltungen (z.B. das jährliche 24 Stunden Radrennen der Ökoregion Kaindorf) Verwendung findet. Ebenfalls befindet sich auf dem Parkplatz eine Ladestation für Elektrofahrzeuge. Dieser Parkplatz wird auch für die Besucher der Veranstaltungen genutzt, da zumeist am Wochenende Veranstaltungen stattfinden und die Fahrzeuge von den Pendlern eher unter der Woche parken. Es sollen die Parkflächen (zweireihiges Parken mit Fahrgassen) sowie ein Teil der geschotterten Fläche eine Überdachung erhalten, auf denen die PV-Module montiert werden. Insgesamt sind Dachflächen mit einer Größe von ca. 112 x 48 Meter geplant, auf denen insgesamt 2246 Module Platz finden sollen. Die Stahlkonstruktion ist mit einer Durchfahrtshöhe von 5 Metern, damit Busse sowie Veranstaltungen wie gewohnt stattfinden können. Zudem möchte die Gemeinde, diese Flächen, die meistens am Wochenende komplett leer stehen mit regelmäßigen Veranstaltungen, wie einem Bauernmarkt, Kunst- und Handwerk, Pflanzenmarkt zusätzlichen Nutzen zu geben. Geplant ist auch, dass die einheimischen Vereine die Flächen, die dann überdacht, trocken und mit Licht versehen sind, für Radfahr-Parcours Training, Musikkapellen Marschtrainings oder Hundetrainings nutzen können.

So haben die Autobesitzer, die Verein und Veranstalter den Vorteil eine Sonnen- sowie Regenüberdachung mit Licht zu haben. Die Stahlkonstruktion wird mit einem Trapezblech eingedeckt, darauf werden die 2.246 Module montiert. Die Ausrichtung der Paneele ist Süd-West bzw. Süd-Ost. Der Jahresertrag wird ca. bei 956.000 kWh liegen. Einreichplan siehe Anhang.

Die Marktgemeinde Kaindorf hat sich zum Ziel gesetzt CO2-neutral zu werden und versucht dies durch Energieeffiziente Maßnahmen zu erreichen. Die meisten öffentlichen Gebäude (Schulen, Gemeinde, Kulturhaus, Mehrzweckhalle, Bauhof Altstoffsammelzentrum usw.) sind bereits mit Modulen ausgestattet. Weitere Flächen zu finden ist relativ schwierig. Zudem möchte die Marktgemeinde bevor Freiflächen umgewidmet werden, alle Dachmöglichkeiten in Betracht ziehen.
Als neuer Standort und äußerst gut geeignet für eine größere PV-Anlage hat sich der Parkplatz neben der Mehrzweckhalle angeboten. Eine Überdeckung der Parkflächen zum Schutz für die Autos wurde schon vor Jahren angedacht. Mit dieser Maßnahme kann eine Doppelnutzung, Schutz der Autos vor Unwetter und Sonne und gleichzeitig Erzeugung von Strom, erreicht werden. Der Dritte Nutzen ist die Bespielung des Parkplatzes am Wochenende für Feste und Veranstaltungen.
Insbesondere von der Wechselbundesstraße kann diese Anlage gut eingesehen werden und gibt ein gutes Beispiel eine bereits versiegelte Fläche für Photovoltaik gut zu nutzen. Des weiteren werden keine zusätzlichen Flächen versiegelt, wie das teilweise bei den Anlagen auf der grünen Wiese geschieht. Der Park & Ride Parkplatz wird eingezäunt und durch einen Einfahrtsschranken gesichert.
Die vorhandene Ladestation für E-Fahrzeuge soll erweitert bzw. massiv ausgebaut werden. Damit würden nahegelegene Geschäfte, Nahversorger, Apotheke und der Bauernladen, welche Fußläufig in fünf Minuten erreichbar sind, weitere Kunden, die ihr Auto laden gewinnen.
Eine Anschaffung von Batterien zur Speicherung wird in einem gesonderten Projekt betrachtet bzw. ist in Planung. Damit der produzierte Strom vor Ort genutzt bzw. die neben dem Parkplatz befindliche Mehrzweckhalle im Falle einer Katastrophe als notfallsresiliente Basis genutzt werden könnte und zudem erfolgt gleichzeitig eine überregionale Netzentlastung.
Geplant ist, dass der dort produzierte Strom direkt vor Ort bzw. im Gemeindegebiet verwendet wird. Der restliche Strom wird über einen neuen Transformator eingespeist werden. Die PV Module sind Hocheffizienzmodule wobei jedes Modul einen Maximalwert von 440 W liefern kann.
Die Marktgemeinde ist darauf bedacht mit heimischen Firmen zu bauen, um die regionale Wertschöpfung in der Region zu behalten.
Die Verwendung bzw. der Vertrieb des Stromes soll in Form einer Energiegemeinschaft für Gemeindeobjekte sowie für die Bewohner der Gemeinde erfolgen, der Rest wird als Überschuss in das Netz eingespeist. Rund die Hälfte des produzierten Stromes, würde die Gemeinde für ihre öffentlichen Gebäude benötigen und mit dem Rest könnten rund 100 Vierpersonen Haushalte ihren Jahresstrombedarf beziehen.

Kurz zusammengefasst
* Dreifachnutzung einer versiegelten Fläche (Parkplatz, Stromerzeugung, Festplatz bzw. Veranstaltungsort)
* Produktion von Öko-Strom für rund 200 Vierpersonen Haushalte
* CO2 Emissionen von rund 600 Tonnen pro Jahr werden vermieden
* Gründung einer Energiegemeinschaft
* Entlastung des Stromnetzes
* Schaffung von E-Ladeinfrastruktur
* Gewinnung neuer Kunden für die umliegenden Betriebe
* Speicherlösung mit Notfalls Resilienz Möglichkeit (Zukunft)
* Leuchtturmprojekt

Bild / Foto