Regionalstelle
Graz-Umgebung
Bezeichnung
Klimaangepasste Außenbegrünung – Storchenpark
Beschreibung
Klimaangepasste Außenbegrünung – Storchenpark
Kategorie
Energieinfrastrukturentwicklung
SDGs
SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz
Erläuterung
Die Marktgemeinde Lieboch mit den Ortsteilen Lieboch, Schadendorf und Spatenhof liegt im mittleren Kainachtal in der Südweststeiermark.
Durch die gute Verkehrsanbindung mit Autobahn (A2) und Eisenbahn sowie die Nähe zur
Landeshauptstadt Graz hat sich Lieboch zu einem wichtigen Standort für Gewerbe- und Industriebetriebe und gleichzeitig zu einem Wohnort mit kontinuierlichem Zuzug entwickelt. Das knapp 2.000 m2 große Grundstück liegt zentral mitten im Ort Lieboch an der Packer Straße B70, direkt gegenüber dem Marktgemeindeamt.
Im Osten steht ein alter, fast hundertjähriger Lindenbaum von hoher ökologischer Wertigkeit. Die Erhaltung und Einbeziehung dieses Bestandbaumes in die Freiraumplanung hat höchste Priorität. Die Lage des Grundstückes sowie die Bushaltstelle an der Packer Straße B70, von der man direkt in das Grundstück gelangt, ist für die geplante Errichtung einer öffentlichen Parkanlage, die als „Vorzeigefläche“ zum Thema Klimawandelanpassung fungieren soll, optimal.
Mit dem Storchenpark in Lieboch wurde eine 1.500 m2 große Parkanlage mit beachtlicher ökologischer Ausrichtung eröffnet. Das Naherholungsgebiet gegenüber dem Gemeindeamt punktet neben Umwelt und Klima mit vielen weiteren Trümpfen. Das Herzstück ist ein Energiepavillon mit großem Zusatznutzen. Wo anderswo Asphalt den Boden versiegelt, schlängeln sich barrierefreie Wege mit versickerungsfähiger Oberfläche durch den Park. Gewalzter Schotter mit einer wassergebundenen Wegedecke sowie einem Terraway-Wegesystem lassen die Erde atmen und Regenwasser versickern. Nach Aushärtung durch die Sonne hält dieses System auf den Parkplätzen vor dem Park auch dem Gewicht von Autos stand.
Ein naturnaher Teich gibt bei Starkregen Wasser an ein Retentionsbecken ab, wo es langsam versickern kann. Das gelungene Konzept ist nach der Begrünung des Kirchplatzes mit dem Blätterdach die Umsetzung des zweiten Teils des Begrünungsleitbilds der Gemeinde. An die 1.000 Stauden setzten die örtlichen Gartenexperten Kochauf und Micko. Sonnenhut, Storchschnabel, Taglilien & Co sorgen für eine bunte Augenweide und Nahrung für Bienen und Insekten. Mit 14 Bäumen, darunter Blutpflaume oder Linde, bieten die blühenden Beete auch eine hervorragende Kulisse für Brautpaare auf der Suche nach romantischen Fotomotiven.
Der Energiepavillon ist das Ergebnis einer Kooperation mit der BULME. Paul Wulz und Johannes Windisch entwarfen und bauten im Zuge ihrer Diplomarbeit mit Photovoltaik-Modulen eine autarke Stromversorgung für Teichpumpe, Beleuchtung, Ladestation für das TIM-Lastenfahrrad und den digitalen Bildschirm.
Auf dem Infoscreen lassen sich die Nachhaltigkeitsziele ebenso abrufen, wie News aus der Gemeinde. Im Technikschrank befindet sich zudem eine Vorrichtung, bei der im Falle eines Blackouts Einsatzorganisationen ihre Akkus laden können. Der Natur abgeschaut ist auch die für Kinder installierte Klettervorrichtung, während zahlreiche Sitzbänke zum Verweilen einladen.
Namensgeber für den Storchenpark ist Meister Adebar, der über diesem Platz einst nistete. Das Grundstück ist von der Gemeinde für 20 Jahre gepachtet, mit Verlängerungsoption. Als Sponsor unterstützt die Energie Steiermark das Projekt.